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Das Wasser des Lebens?



Brennen oder besser die Herstellung von Alkohol datiert so etwa 3000 v.Chr. und diente zuerst zur Befriedigung der Geruchsbedürfnisse in Form der Herstellung von Parfum.

Wenn aber etwas so gut riecht, dann muss es auch für anderes taugen, also wurde als Vorstufe hochprozentiger Getränke erst einmal Bier gebraut und Weine hergestellt. Dabei war Bier nicht etwa ein Genußmittel, sondern in strak verwässerter Form ein "alltäglich gesöff".

Irgendwann durch den maßgeblichen Einfluss der Kirche/Religion  (Mönche waren die besten Braumeister) wurden die gegorenen Fruchtsäfte oder die Getreidebiere gebrannt und das Produkt als Stärke bzw. Heilmittel eingesetzt. Sinn und Zweck waren wohl die Unterstützung von Heilungsprozessen und anregendes Stärkemittel zur Lebenskraftverstärkung und damit Lebensverlängerung.

Der Wiskey als Wasser des Lebens war also seit jeher eher Medizin als Genussmittel.

Der Ursprung des Whiskey's selbst ist allerdings eher im irischen Bereich, statt bei den Schotten zu suchen, auch wenn diese das sehr wahrscheinlich gerne anders sehen würden.

Aber auch hier mag es Ausnahmen geben, denn wer kann schon ausschließen, dass nicht doch irgendein findiger Bauer schon viel früher sein Getreide brannte und so der eigentliche Erfinder des Whiskeys ist.
Offiziell war es jedoch so um das 9. Jahrhundert herum, als irische Mönche im Rahmen der Christenbekehrung des heidnischen Schottlands die Kenntnisse der Herstellung des Lebenswassers in Schottland verbreiteten.

Allerdings bleibt festzustellen, dass noch nicht die breite Masse der Bevölkerung die Geheimnisse der Brennerei und Destillation beherrschten, sondern vornehmlich in den Klöstern und Abteien Whisky gebrannt wurde.
Das änderte sich schlagartig, als im 16. Jahrhundert die Klöster aufgelöst wurden. Nun zogen viele Mönche als Wanderprediger durch die Lande und mit ihnen die Kunde und Kenntnis der Whiskeyherstellung.

In diese Zeit fällt die Gründung erster gewerbsmäßiger Brennereien. Als älteste bekannte Destillerie gilt übrigens die 1608 lizensierte Old Bushmills Destillerie in Irland.

Allerdings war die Herstellung und der Vertrieb von Whiskey mit so hohen Steuern belegt, dass die "Schwarzbrennerei" boomte und bald das Volumen der Hälfte der gesamten Whiskeyerzeugung einnahm.

Erst als es gelang die Herstellung und Besteuerung des Whiskeys einheitlich zu regeln, kam 1824 Ordnung in die Whiskeyherstellung.

Als erste offizielle lizensierte schottische Destillerie wurde Glenlivet eingetragen.

Nach Amerika kam der Whiskey dann durch die Auswanderungen der Iren und Schotten, vor allem in die Staaten Pennsylvania, Maryland und Virginia. Bemerkenswert ist jedoch, dass die Schreibweise an die der Iren angelehnt wurde, so dass als wahre Geburtshelfer des amerikanischen Whiskeys die Iren gelten dürften.
Da in Virginia als Hauptansitz der irischen Auswanderer der Maisanbau als Ertrags- und Ernährungsquelle übernommen wurde, wurde der Mais dort auch zur Herstellung von Whiskey benutzt. Dieses völlig neue abgewandelte Verfahren der Whiskeyherstellung bescherte uns den allseits bekannten Bourbon.

Als älteste bekannte Destillerie der USA gilt seit 1866 die von dem guten alten Jack Daniels (das ist aber keine Werbung ;) ), die noch heute besteht.

 


-> Herstellung


Quellen für diese und die nachfolgenden Seiten:
Alfred Barnard: The Whisky Distilleries of the United Kingdom; Universitätsverlag Rasch 2000
Michael Jackson: Malt Whisky; Heyne 2000
Graham Moore: Malt Whisky; Edition Delius, 2000
Jim Murray: Blended Scotch Whisky, Heyne 1999
Jim Murray: Whisky and Whiskey, Lichtenberg 1997
Ian Wisniewski: Whisky , Eurobooks, 2000
Jenny Ridgwell: erfolgreiche Cocktails klassisch gemixt, MERIT, 1989
The Scotch Whisky Association Internetrecherche
Tom Schmidt: Whisky-Büchlein, Verlag für die Frau, leipzig 2001