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Als Kind habe ich häufig überlegt, was mein Familienname bedeuten könnte, zumal der ja in meiner Umgebung nicht häufig vorkam. Damals hatte ich wirklich überhaupt keinen Plan und und ich wußte nicht einmal, dass es so etwas wie Namensforschung überhaupt gibt.  Also stand ich erst einmal vor einem Rätsel.

 

Für viele Namen gibt es relativ einfache Deutungen.

 

Zum Namen Blohberger versuche ich mich mal in reiner Spekulation. Diese Betrachtung hält vermutlich einer streng wissenschaftlichen Analyse nicht stand, aber auch das Gegenteil wird schwerlich nachweisbar sein.

 

Die Namensdeutung scheint gar nicht so schwer, wenn man sich auf die phonetische Deutung verlässt. Auch stammen ja viele Namen von Berufen oder Herkunftsgebieten ab (Meier, Schulze, Bayer, Franke). Aus der Vorsilbe Blo oder Plo, egal ob mit oder ohne h läßt sich ein Beruf schwer herleiten. Demnach wäre Blo, Plo, Plau, Blou mangels Berufsbezeichnung vielleicht eher geografisch und/oder charakterisierend einzuordnen.  Blo, Plo, Plau, Blou könnte eventuell für Blau stehend anzunehmen sein. Der zweite Teil des Namens ist relativ schnell deutbar. Berger ist in der Namensdeutung für am Berge wohnend oder vom Berge kommend stehend. Die Familie scheint also von den Blauen Bergen oder von einem  Blauen Berg zu kommen. Die gibt es sogar nicht nur im Lied, sondern auch geografisch.

Die Blauberge sind ein Bergmassiv der Bayerischen Voralpen an der Grenze zwischen Bayern und Tirol. Familiär könnte diese Lage zu der recherchierten Herkunft sowohl der oberösterreichischen, als auch böhmisch-sudetendeutschen Linie passen. Auch im Sudetenland in Böhmen gibt es wohl Blauberge, wobei hier wohl mehr das Riesengebirge gemeint ist. Auch könnte es vom Bergbau her als blauer Berg gemeint sein (Eventuell Kobalt- oder Silberabbau).

 

Die Bezeichnung Blauberge ist also gar nicht so selten.

 

Meine Vermutung geht allerdings dahin, dass der Familienursprung in den hier dargestellten Blaubergen zwischen Tirol und Bayern liegt und irgendwann einer der Ahnen der Familie Blohberger von dort nach Böhmen zog. Immerhin ist auch in Oberösterreich eine Familie Blohberger ansässig, auch wenn noch keine eindeutige Zuordnung oder Verbindung der Familienzweige hergestellt werden konnte. Irgendwann veränderte sich dann die Schreibweise des Namens von Ploperger über Plauperger, Ploberger und Bloberger zu Blohberger. Zu bedenken ist auch, dass es ja noch keine Ausweise oder ähnliche Nachweisdokumente gab, der jeweilige Pfarrer also den Namen so aufschrieb, wie er ihn phonetisch verstand. Etwas genuschelt oder schüchtern ausgesprochen wandeln sich da also mal ganz schnell die Schreibweisen. Das gilt übrigens auch für die Vornamen. So wird aus Margarethe schnell mal Margarete oder Margareta und aus Wolffgang wird Wolff.

 

So ganz herausfinden werden wir das wohl nicht mehr, denn es ist sehr schwer heute noch Unterlagen für die Zeit vor 1630 zu finden.

 

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